Going Crazy (Album der Woche 05/2026)

Sahara – Going Crazy

Und gleich nochmal zwei Wochen Erwachsenenrock aka AOR, aber ein Sprung zurück back into time: Die vergangenen zwei Wochen wurden hier musikalisch bestimmt vom Album Going Crazy der kalifornischen Band Sahara, erschienen 1992. Ich hab’s vor ein paar Monaten antiquarisch gekauft auf einer rockmusikalischen Reise durch die 1980er und 1990er, auf der Suche nach (mir noch nicht bekannten) Rockbands, in denen Frauen Instrumente spielen oder singen. Bei Sahara waren zwei Frauen aktiv: Diane Kornarens am Bass und Elizabeth Vandall am Gesangsmikro. Die Platte macht auch heute, 34 Jahre nach der Erstveröffentlichung, noch ordentlich Spaß.

Twists (A Visitor Arrives) (Album der Woche 03/2026)

Kreidler - Twists (A Visitor Arrives)

In der heute zu Ende gehenden Woche gab es vornehmlich Elektronikgeblubber und -geklimper der Düsseldorfer Band Kreidler auf die Ohren: das Album Twists (A Visitor Arrives) von 2024. Das 3-Piece plus Gastmusiker in einzelnen Songs experimentiert mit synthetischen Klängen, begleitet von E-Bass und Schlagzeug, gerne auch repetitiv.

Insgesamt kreativ und innovativ, ohne in verfrickelte Klangkakophonie weg zu driften. Ich besitze einige Alben von Kreidler und werde mir jede Neuerscheinung ohne Probehören direkt ins Regal stellen.

Thrones (Album der Woche KW02/2026)

Freeze the Fall – Thrones

Jede Woche intensiv ein Album hören in Anlehnung an meine Jugend, wo ein neues Album immer mindestens bis zum nächsten Taschengeld reichen musste.

Vergangene Woche lief hier überwiegend die Debut-EP Thrones der kanadischen Nachwuchsband Freeze the Fall. Das Trio gibt es erst seit 2024, da brachten sie dann auch gleich die EP im Selbstverlag raus. Mit hat es die Band im Umfeld von The Warning rein gespült, das Schwestern-Trio aus Mexiko, Freeze the Fall sind noch ein paar Jahre jünger.

Musikalisch: Stromgitarrenrocknroll. Das können nicht mehr nur die alten Herren aus den 1980ern und 1990ern. Auch Gen Z liefert hier jetzt ab. Und Frauen geben (mit) den Ton an.

Lesen statt kaufen

lesen statt kaufen

Hier haben sich über die letzten Jahre viele Bücher angehäuft, einfach weil es so viel interessantes, spannendes, wichtiges zu lesen gibt. Und weil sich gebrauchte Bücher schnell und günstig besorgen lassen. Was nicht hinterherkommt, ist die Lektüre all der schönen Bücher.

Vor ein paar Jahren – damals beschäftigte ich mich viel mit eigener Fotografie sowie bekannten und weniger bekannten Fotografen – hatte ich mir in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Neujahrsvorsatz gegeben, jeden Monat einen Bildband zu kaufen. Entgegen vieler anderer Neujahrsvorsätze konnte der sich zwei Jahre lang ziemlich gut behaupten. Mittlerweile habe ich ausreichend Bildmaterial zum Studium und kaufe bis auf weiteres keine Bildbände mehr. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich auch hier die Regel.

Für dieses Jahr – und vielleicht auch für ein paar darauf folgende Jahre – werde ich mich am Vorsatz lesen statt kaufen versuchen. Die hier einregalten Bücher also weg lesen, anstatt sie immer noch mehr werden zu lassen. Voraussichtlich werde ich dadurch nicht sonderlich mehr Bücher lesen können als bisher: ca. ±15 Bücher pro Jahr. Ganz sicher werde ich ein paar Euros sparen. Sehr viel wird’s nicht sein, ich kaufe schon sehr lange überwiegend antiquarisch und zahle selten mehr als 10€ für ein Buch.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: gelegentlich muss ich für meine berufliche Tätigkeit die Nase etwas tiefer in Fachbücher stecken. Die gibt’s dann auch selten antiquarisch, weil ich meistens mit aktueller Technologie zu tun habe. Und ich habe da so eine Schwäche für schön gestaltete Kochbücher …

Microprocessor 8080A (Album der Woche KW52/2025)

Elmulab – Microprocessor 8080A

Die letzte Woche des vergangenen Jahres (und auch die neue Woche des neuen Jahres) waren musikalisch bestimmt von Computermusik. Das Album Microprocessor 8080A der Band Elmulab wurde bereits 1980 komponiert und produziert, 2023 kam ein Remaster auf CD raus.

Musikalisch bekommt man eine instrumentale Mischung aus PacMan und Jean-Michel Jarre. Die Songs sind betitelt nach Instruktionen des Roland MC-8 Microcomposer, auf dem große Teile des Albums entstanden sind. Der MC-8 läuft auf einer Intel 8080A, konsequenterweise heißt das Album danach.

Loopified (Album der Woche KW51/2025)

Dirty Loops – Loopified

Letzte Woche hatte ich überwiegend das Album Loopified von Dirty Loops aus Schweden auf den Ohren. Wenn jeder Musiker der Band zugleich der beste Musiker der Band ist, kommt ein Jazz-Fusion-Rock-Soul-Funk-Feuerwerk dabei raus, das mindestens eine ganze Platte lang Spaß macht und einem Freude ins Gesicht zaubert.

Das Album ist schon von 2014 und war damals das erste Album der Band. Ich hab’s irgendwann damals auch gekauft und natürlich in der Zwischenzeit auch öfter mal gehört. Aber bislang nie intensiv und aufmerksam. Großes Ohrenkino!

Dirty Loops machen bis heute zusammen Musik, sie klingen immer noch so frisch wie damals. Reinhören (oder auch rein schauen) lohnt auf jeden Fall.

Gravity (Album der Woche KW50/2025)

Chinchilla Green – Gravity

Jede Woche ein Album intensiv hören. So wie damals in der Jugend, als Zeit üppig aber Geld knapp war und neue Schallplatten deshalb bis zum nächsten Taschengeld reichen mussten.

Vergangene Woche lief hier deshalb bevorzugt das Album Gravity der deutschen Band Chinchilla Green, veröffentlicht 1991. Es war das zweite und letzte Album der Band.

Chinchilla Green hätte durchaus mehr Bekanntheit und Erfolg verdient, das Album ist ein gut produziertes und eingängiges Pop-Rock-Ding, in Musik-Katalogen üblicherweise als Indie-Rock geführt. Dazu ist es mir aber zu wenig verzerrte Stromgitarre. Ich selbst kam auch erst vor ein paar Monaten auf diese Band: Etliche der Musiker waren vor Chinchilla Green aktiv bei Alphaville. Aus dem Debut – veröffentlicht ein Jahr zuvor – war sogar noch Marian Gold mit von der Partie, allerdings unter seinem bürgerlichen Namen.

For Your Sins (Album der Woche KW49/2025)

Dea Matrona - For Your Sins

Die noch junge Band Dea Matrona aus Belfast liefert ein gefälliges Debut ab: For Your Sins, erschienen 2024. Die beiden Gründerinnen und Frontfrauen wechseln sich ab an Bass, Gitarre und Lead Vocals.

Musikalisch sind wir bei irgendwas mit Pop-Rock und Alternative, mit hörbaren Folk- und Country-Einflüssen. In den Texten geht es viel um toxische Beziehungen.

Why (Album der Woche KW47/2025)

Vlyes – Why

Diese Woche gab’s feinen progressive Rock aus Norddeutschland: das 2024 erschienene Album Why der Band Vlyes. Die Platte erinnert über weite Strecken an Sylvan, was nicht weiter verwunderlich ist – spielte doch der Ideengeber und Gründer von Vlyes früher die Stromgitarre bei Sylvan.

Ligament (Album der Woche KW45/2025)

Eine musikalisch eher ruhige Woche liegt hinter mir, es gab verstärkt das Album Ligament der schwedischen Band Paatos auf die Ohren, erschienen 2025. Ich schreibe absichtlich nichts von Balsam für die Ohren, längere Passagen sind doch etwas sperrig. Und man möchte musikalische Melancholie mögen. Wir bleiben im europäischen Norden, die kommende Woche bekommt aber wieder mehr Rumms.

Owari (Album der Woche KW44/2025)

Diese Woche wurde fröhlich kakophonisch gefrickelt: Wenn Musiker ein Album für Musiker machen, kann man krumme Takte, schräge Harmonien und anstrengende Moll-Tonarten erwartet. Freilich in (überwiegend) instrumental, ohne störenden Singsang. Auf Owari liefern Stick Men genau das ab, erschienen 2020.

Transitus (Album der Woche KW43/2025)

Nach dem Jazz-Fusion-Spaß von letzter Woche hatte ich jetzt eine Woche das Album Transitus von Ayreon auf bevorzugter Rotation. Progmetal, symphonisch, laut, drückt wuchtig aus den Lautsprechern. Weil es Ayreon ist, ist das Album auch voll mit Gastmusikern und einer illustren Riege Sänger:innen. Die Platte erschien 2020, und weil ich vergangene Woche viel Zeit am Rechner verbrachte, hatte ich ausgiebig Zeit, das Doppelalbum rauf und runter zu hören.